Technik erklärt

Störungsdiagnose — Denkmodell für strukturierte Fehlersuche

Wie man technische Probleme systematisch analysiert, statt planlos Komponenten zu tauschen.

Fehlersuche ist kein Zufall. In industriellen Systemen entstehen Störungen selten „einfach so“. Sie sind fast immer das Ergebnis eines unterbrochenen Signal- oder Wirkzusammenhangs.

Ein bewährtes Denkmodell zur strukturierten Analyse lautet:

Signal → Logik → Wirkung

Jede automatisierte Anlage lässt sich grob in drei Ebenen zerlegen:


1. Signalebene prüfen

Die erste Frage lautet immer:

Kommt das Signal korrekt an?

Typische Fehlerquellen:

Wenn das Eingangssignal bereits falsch ist, kann die Logik korrekt arbeiten — und trotzdem ein falsches Ergebnis erzeugen.


2. Logikebene prüfen

Wenn das Signal korrekt ist, lautet die nächste Frage:

Verarbeitet die Steuerung das Signal richtig?

Mögliche Ursachen:

Hier hilft strukturiertes Denken: Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit eine Aktion ausgelöst wird?


3. Wirkungsebene prüfen

Wenn Logik korrekt schaltet, aber keine Bewegung stattfindet:

Kommt das Ausgangssignal physikalisch an?

Hier trennt sich digitale von physischer Welt. Die SPS kann „Ein“ anzeigen — aber mechanisch passiert nichts.


Warum dieses Modell funktioniert

Das Modell zwingt zur linearen Analyse:

Störungen werden systematisch isoliert — Ebene für Ebene.


Typische Denkfehler

Struktur schlägt Intuition.


Weiterführend: Was ist eine SPS? · Sensoren und Aktoren · IT vs. OT