Technik erklärt

Was ist 4–20 mA?

Ein bewährter Industriestandard für analoge Messwertübertragung.

StartArtikel4–20 mA

Von Daniel M. Hochwieser

4–20 mA ist ein weit verbreiteter Standard zur Übertragung analoger Messwerte in der Industrie. Statt eine Größe über eine variable Spannung darzustellen, wird sie über einen Strombereich von 4 bis 20 Milliampere übertragen.

Dieser Standard ist seit Jahrzehnten bewährt, weil er robust, gut auswertbar und für viele Anlagenumgebungen sehr geeignet ist. Gerade bei Sensoren für Druck, Temperatur, Füllstand oder Durchfluss ist 4–20 mA nach wie vor sehr häufig.

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Was bedeutet 4–20 mA konkret?

Der Messbereich eines Sensors wird auf einen Strombereich abgebildet. Typischerweise steht:

Dazwischen liegen die Zwischenwerte proportional verteilt. Wenn ein Drucksensor also für 0 bis 10 bar ausgelegt ist, könnte 4 mA für 0 bar und 20 mA für 10 bar stehen.

Warum beginnt das Signal bei 4 mA und nicht bei 0 mA?

Das ist einer der wichtigsten Vorteile dieses Standards. Wenn 0 mA gemessen wird, kann das als Hinweis auf einen Fehler interpretiert werden, etwa auf Leitungsbruch, Stromausfall oder Geräteproblem.

Der Bereich unterhalb von 4 mA dient also praktisch auch der Diagnose. Das macht 4–20 mA deutlich nützlicher als ein hypothetisches 0–20-mA-Signal.

Warum 4–20 mA in der Industrie so beliebt ist

Gerade in industriellen Umgebungen mit Maschinen, Schaltvorgängen und elektromagnetischen Einflüssen ist diese Robustheit ein echter Vorteil.

Typische Einsatzbereiche

Überall dort, wo Messwerte zuverlässig an eine Steuerung oder ein Leitsystem übertragen werden sollen, ist 4–20 mA eine typische Lösung.

Bezug zu analogen Signalen

4–20 mA ist kein eigenes Signalprinzip neben analog und digital, sondern eine konkrete Form eines analogen Signals. Es beschreibt also, wie ein kontinuierlicher Messwert technisch übertragen wird.

Die passende Grundlage dazu: Was ist ein analoges Signal?

Rolle in SPS und Leitsystemen

In der SPS wird ein 4–20-mA-Signal meist von einem Analogeingang erfasst, anschließend skaliert und als Engineering-Wert weiterverarbeitet. Aus dem Stromwert entsteht also zum Beispiel ein Temperatur-, Druck- oder Füllstandswert.

Fehler in Verdrahtung, Skalierung oder Parametrierung können dabei dazu führen, dass ein Signal zwar vorhanden ist, aber falsch interpretiert wird. Deshalb gehört 4–20 mA auch regelmäßig zur praktischen Fehlersuche.

Typische Fehlerquellen

Besonders in der Diagnose ist wichtig, nicht nur das Vorhandensein des Signals zu prüfen, sondern auch seine Plausibilität und seine Zuordnung zum realen Prozesszustand.

Dazu passt: Störungsdiagnose — Signal → Logik → Wirkung

Fazit

4–20 mA ist ein bewährter Standard für die Übertragung analoger Messwerte in der Industrie. Er ist robust, gut diagnostizierbar und in unzähligen Anwendungen etabliert. Wer analoge Signale in der Praxis verstehen will, kommt an 4–20 mA kaum vorbei.

Weitere Artikel: Analoges Signal · Digitales Signal · Was ist eine SPS? · Störungsdiagnose