Technik erklärt

Was ist SIL (Safety Integrity Level)?

Wie sicher ist „sicher genug“? SIL macht Sicherheitsanforderungen messbar.

StartArtikelSIL (Safety Integrity Level)

Von Daniel M. Hochwieser

SIL steht für Safety Integrity Level und beschreibt, wie zuverlässig eine Sicherheitsfunktion arbeiten muss.

Während funktionale Sicherheit definiert, dass ein System sicher reagieren soll, beschreibt SIL, wie hoch die Zuverlässigkeit dieser Reaktion sein muss.

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Die Grundidee

Nicht jede Gefahr ist gleich kritisch. Deshalb wird Sicherheit abgestuft betrachtet.

SIL beantwortet die Frage: Wie wahrscheinlich darf ein Sicherheitsversagen sein?


Die vier SIL-Stufen

SIL 1

Grundlegende Risikoreduzierung

SIL 2

Mittlere Sicherheitsanforderungen

SIL 3

Hohe Sicherheitsanforderungen

SIL 4

Extrem hohe Sicherheitsanforderungen (selten in Industrie)

Je höher der SIL-Wert, desto geringer darf die Ausfallwahrscheinlichkeit sein.


Was wird bewertet?

SIL ist also keine einzelne Eigenschaft, sondern das Ergebnis einer systematischen Bewertung.


Zusammenhang mit funktionaler Sicherheit

SIL ist Teil der funktionalen Sicherheit. Ohne funktionale Sicherheit kein SIL — und ohne SIL keine messbare Sicherheit.

Grundlagen dazu: Was ist funktionale Sicherheit?


Bezug zur Praxis

Ein Not-Halt-System kann beispielsweise eine bestimmte SIL-Stufe erfüllen müssen, abhängig vom Risiko der Anlage.

Das bedeutet: Nicht nur die Funktion ist wichtig — sondern wie zuverlässig sie funktioniert.


Zusammenhang mit Diagnose

SIL setzt voraus, dass Fehler erkannt werden. Ohne Diagnose keine sichere Reaktion.

Praxis dazu: Störungsdiagnose — Denkmodell


Typische Missverständnisse


Fazit

SIL macht Sicherheit messbar. Es hilft, Risiken systematisch zu bewerten und passende Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen.

Damit ist SIL ein zentraler Bestandteil moderner industrieller Sicherheitssysteme.


Weitere Artikel: Funktionale Sicherheit · Sicherheit vs IT-Sicherheit · Störungsdiagnose